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4b Besatzer-Kritik

Görres betonte, dass seine Kritik keine Franzosenfeindlichkeit darstelle. Wenn er Franzosen angreife, dann deshalb, weil sie die lukrativsten Stellen inne hätten: Da Einheimische keineswegs in verantwortungsvolle Positionen kämen, bestünde der Verdacht, dass das primäre Anliegen nicht die Umgestaltung der Gesellschaft, sondern die Ausbeutung der besetzten Lande sei. Die Tribunale, die jedes Fehlverhalten der Besatzer strafen und damit unterbinden sollten, würden die Vergehen, die durch »Goldgier« erwachsen, nicht aufdecken. Zudem fänden die Verhandlungen im Verborgenen statt. Görres kritisierte fehlende Transparenz und ein »Gemauschel in der Dunkelheit«. Er mutmaßte, dass das Eigentum der Rheinländer ungeniert geplündert werde. Eine Verbesserung der Situation sollte der Anschluss an Frankreich erzielen. Auf diese Weise sollten die Bewohner als gleichberechtigte Bürger und nicht als Angehörige eines besiegten Volkes gelten. Im November 1799 reiste Görres als Mitglied einer Gesandtschaft, die eine Annexion der Rheinlande erbitten wollte, nach Paris. Bei diesem Aufenthalt sollten konkrete Beschwerden der Koblenzer, die unter der Besatzung litten, vorgebracht werden.