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5a Republik in Gefahr

In den 90er Jahren blieb es offen, ob die Revolution fortgetrieben werden konnte und sollte. Die Anliegen der »Feuillants« (liberaler Adel und Großbürger) wurden umgesetzt, so dass diese, mit der Verfassung von 1791, ein Ende der Umwälzungen forcierten. Die sozialen Probleme blieben weiter bestehen, so dass Forderungen nach einer Neuverteilung des Eigentums noch immer gestellt wurden. Die Verfassung vom 22. September 1794 rief das Direktorium als oberste Regierungsbehörde der Französischen Republik ins Leben. Es war zu schwach, um innere Gegensätze auszugleichen. Zudem bedrohten äußere Mächte die Republik. 1793 stand der Fall von Paris unmittelbar bevor, Kriegshandlungen auf französischem Gebiet evozierten Hungersnöte und Verbrechen. In dieser existenziellen Krise wurde, unter dem Vorsitz des Advokaten Robespierre (1758-1794) die Herrschaft des Wohlfahrtsausschusses konstituiert. Die von den Royalisten unterstützte Widerstandsbewegung, die sich in der Provinz formierte, konnte durch stringente Grausamkeit niedergeschlagen werden. Die ab dem 23. August 1793 praktizierte levée en masse militarisierte die Franzosen, so dass die Nation – mit neuer Schlagkraft ausgestattet – die äußeren Feinde der Republik in die Schranken weisen konnte. Die Gefahren schienen abgewendet, doch die Erkenntnis, dass das Erreichte in Gefahr geraten könne, hatte ein aggressives Klima des Misstrauens und die Bereitschaft zur Gewaltanwendung hervorgerufen.