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8b Die Romantik

Die Grundthemen der Romantik sind Gefühl und Leidenschaft sowie die seelische und persönliche Erfahrung. Sie ist Reaktion auf die Vorherrschaft der Philosophie der Vernunft und der Kunstform des Klassizismus, die sich an strengen antiken Formen orientierte. Im Vordergrund stehen Sehnsucht, Mysterium und Geheimnis. Der Romantiker erkannte einen Bruch, der die Wirklichkeit in die Welt der Rationalität und die Welt des Gefühls gespalten habe. Volkstänze und Volksmärchen wurden aufgegriffen und als Ausdruck einer authentischen, aber zurückgedrängten Sphäre wertgeschätzt. Die treibende Kraft der deutschen Romantik ist das Bedürfnis nach Heilung der Welt, nach einer Zusammenführung von Gegensätzen zum harmonischen Ganzen. In der Kunst finden sich Motive wie die »Blaue Blume«, die ein Symbol darstellt für Sehnsucht und Liebe, für das metaphysische Streben nach Unendlichkeit. So verkörpert besonders die blaue Rose, die nicht gezüchtet werden kann, das Ziel, das gleichermaßen erstrebenswert und unerreichbar ist. Der Wanderer schwankt zwischen Fern- und Heimweh, ist auf der Suche und bricht mit den Konventionen. Er ist unwillig, sich einbinden zu lassen und durchstreift die Natur – das Ursprüngliche, die Weite, die einer Zivilisation entgegensteht. Der Spiegel und der Doppelgänger verweisen auf Selbsterkenntnis, Klugheit und Wahrheit. Die Nacht wird als Ort der Erfahrung aufgegriffen. Sie ist Gelegenheit mit dem geistigen Prinzip - der höheren Macht - zusammenzufinden.