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13a Gesunder Staatskörper

Der Schutz der sozialen Gruppen war für Görres, in Anbetracht der französischen Entwicklung der 90er Jahre, von großer Bedeutung. Die Gewaltausbrüche gegen Adel und Klerus hatten die Nation und schließlich Europa erschüttert. Görres war sich darüber im Klaren, dass mit der Ständefrage zugleich der Besitz der Menschen in Zweifel gezogen werde. Auch hier wollte er den Status quo belassen, doch betonte er die Durchsetzung des Leistungsprinzips, wodurch sich die Vermögensverhältnisse im Volk gerechter verteilen würden. Die Besitzenden seien aufgerufen, ihre Finanzmittel weder zu horten, noch zu verschleudern. Ihr Wohlstand müsse für alle nutzbringend investiert werden. Der Umlauf des Blutes sorge für die Kräftigung des Körpers – und investiertes Geld verhalte sich ebenso. Konkurrenz sei die wirksamste Einrichtung, um die Konzentration der Reichtümer und »Ausbrüche der Habsucht« zu unterbinden. Es dürfe keine Monopole, keine Zwangsgesetze, keine Ausgrenzung – beispielsweise durch Gilden – geben. Jeder müsse das Recht haben das »Gewerbe oder Gewerk zu treiben, zu dem ihm das Geschicke beiwohnt«. Der Einzelne solle seiner Veranlagung folgen, und das Ergebnis werde für den ganzen Sozialverband dienlich sein. Somit bestünde die moralische Pflicht Eigentum und Talent für das Gemeinwohl einzusetzen.