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Görres beklagte, dass der Kontinent durch die Permanenz
des Krieges verdorben werde. Die Verrohung habe 1799 in
Frankreich begonnen und sich fortwährend ausgebreitet.
Das französische System fasse nicht den guten Geist,
da es auf dem Mechanismus der Gewalt basiere und nur
Krieg und Leid hervorrufe.
Das Ergebnis sei offenkundig: So sei der Adel verarmt,
„zerstreut [und] misshandelt“, die Geistlichkeit „er-
niedrigt [und] entehrt“. Die Kapitalnot der Städte sei
vorangeschritten, das Privatvermögen zerrüttet, Handel
und Gewerbe zerstört, das „Kirchengut zum größten
Teil verschleudert.“ Vertreibung, Hunger und Zerstörung
seien überall in Europa zu beklagen. Die „alte Sitte und
Gesinnung sei vergessen, die Jugend durch schlechte
Erziehung [...] verdorben; die öffentliche Moral vergif-
tet“,die Töchter geschändet. In vielen Staaten gebe es
„notdürftige Polizei“ und viele Verbrechen. Es seien
„alle Schandtaten begangen, die des Menschen Herz in
seiner Verruchtheit zu ersinnen vermag“.
Napoleon wird als kausale Folge der Schreckensherr-
schaft, als ihr Höhepunkt verstanden:
Ein Gewaltmensch - durch Tyrannei geboren - der zu
Recht den Widerstand der europäischen Völker wecke.
Görres hielt daher den Kampf gegen Napoleon für legitim.
Er formulierte zugleich die Hoffnung, dass das Feuer
der Gewalt mit Feuer erstickt werde, so dass eine
friedliche und demokratische Entwicklung sich entfalten
könne.
Wenn dem Imperator die Macht entrissen sei, könne
eine neue Zeit der Vernunft beginnen: Ein System, das
auf eine gewaltsame Umsetzung der Ideen verzichte.
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